Über eine Auszeichnung für ihre Facharbeiten im Fach Religion freuten sich Maria Kuhlmann (3. Platz), Melina Reuß (1. Platz) und Hannah Lining (2. Platz) (vorne von links), hier zusammen mit (hinten von links) Joachim Reimann von der Darlehnskasse Münster, Dr. Erhard Holze von der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Uni Münster, Prof. Dr. Claus Peter Sajak von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Uni Münster und Lisa-Marie Mansfeld, wissenschaftliche Mitarbeiterin. Quelle: Bistum Münster

Preise im Facharbeitswettbewerb Religion verliehen


Wie lässt sich heute über Gott sprechen angesichts des Leids, das den europäischen Juden widerfahren ist?

Diese Frage hat Melina Reuß bei ihrer Facharbeit im Fach Religion begleitet. Die Gymnasialschülerin der Rheinkamp Europaschule Moers hat sich mit der Theodizeefrage beschäftigt, also der Frage, warum Gott das Leid in der Welt zulässt.

Mit ihrer Arbeit hat sie den ersten Platz des Facharbeitswettbewerbs belegt, der im Jahr des Reformationsgedenkens erstmals ökumenisch durchgeführt wurde. Bei einer Feierstunde in der Akademie Franz-Hitze-Haus in Münster am 5. Juli erfuhren die Schülerin sowie die Zweitplatzierte Hannah Lining vom Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Hamm und die Drittplatzierte Maria Kuhlmann vom Gymnasium Petrinum in Recklinghausen von ihrem Erfolg. Dafür erhielten sie von der Darlehnskasse Münster gestiftete Preisgelder in Höhe von 300, 200 und 100 Euro. Ausgeschrieben hatten den Wettbewerb das Bischöfliche Generalvikariat, die Akademie Franz-Hitze-Haus, die Katholisch-Theologische und die Evangelisch-Theologische Fakultät der Universität Münster und die Evangelische Kirchenkreise Hamm, Münster, Steinfurt-Coesfeld-Borken und Tecklenburg sowie die Bezirksregierung Münster.

Jurymitglied Prof. Dr. Claus Peter Sajak von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Uni Münster würdigte die Arbeit der erstplatzierten Schülerin als theologisch angemessen, sprachlich elegant, und zugleich sehr persönlich politisch engagiert angesichts des Erstarkens des Rechtspopulismus.

Vor der Prämierung der besten Arbeiten griff Generalvikar und Kirchenhistoriker Dr. Norbert Köster das Thema "Verkracht, getrennt, versöhnt... Brauchen wir eine neue Reformation?" auf. Damit hatten sich die 19 Autorinnen und Autoren der eingereichten Facharbeiten in einer zweieinhalb-tägigen Schülerakademie auseinandergesetzt, die vor der Preisverleihung stattgefunden hatte. Köster beantwortete die Frage in seinem Vortrag: "Das, was Kirchenhistoriker als Reformation bezeichnen, ist eine Epoche. Diese Reformation brauchen wir nicht noch einmal. Was wir aber brauchen ist das Ur-Anliegen Martin Luthers, eine religiöse Erneuerung."

Lehrkräfte, in deren Unterricht die Facharbeiten entstanden waren, nahmen nicht nur an der Feierstunde teil, sondern bildeten sich im Rahmen der Tagung fort. Unter Leitung von Sabine Kahler von der Hauptabteilung Schule und Erziehung des Bischöflichen Generalvikariates Münster und Pfr. Dr. Jens Dechow, Schulreferent des Evangelischen Kirchenkreises Münster, setzten sie sich mit der Frage auseinander, wie im Zuge des kommenden Angebotes eines konfessionell-kooperativen Religionsunterrichtes das Thema 'Reformation / Martin Luther' angemessen unterrichtet werden kann.

 
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