Dr. Heike Plaß (v. l.), Pfarrer Martin Mustroph. Dr. Barbara Rommé, Dr. Bernd Thier und Dr. Sabrina Leps. Foto: Gerd Felder

Gegen ein Leben in Abhängigkeiten


Ausstellung "Die Macht des Wassers" feierlich im Erbdrostenhof eröffnet

MÜNSTER - "Die Taufe macht frei und befreit von der Sünde und der Abwendung von Gott." Dr. Heike Plaß, die "Kulturministerin" des Kirchenkreises Münster, hat bei der Eröffnung der Ausstellung "Die Macht des Wassers - Taufen in der Reformation" die Bedeutung der Taufe hervorgehoben. "Sie steht gegen ein Leben in Abhängigkeiten und Gefangenschaften in dieser Welt", so die Kunstbeauftragte des Kirchenkreises. Außerdem sei sie ein Sakrament der Reinheit, das die meisten christlichen Kirchen miteinander verbinde. Plaß machte deutlich, dass Glauben für Martin Luther selbst gleichbedeutend gewesen sei mit der Rückkehr zur Taufe. "Sie war für ihn etwas, was den Glauben nährte und Mut und Kraft für den Alltag gab", sagte die Kunstbeauftragte. "Das Thema Taufe ist unverändert wichtig und aktuell, und es gibt genug Gründe, sich mit ihrer Geschichte und Gegenwart zu befassen", unterstrich Plaß.

Die feierliche Eröffnung der Ausstellung "Die Macht des Wassers" fand im Erbdrostenhof statt, die Ausstellung selbst wird im nahe gelegenen Stadtmuseum präsentiert. "Allen Unkenrufen zum Trotz: Die Taufe boomt", erklärte der Assessor des Kirchenkreises Münster, Uwe Völkel, bei der Eröffnung. "Bei der Taufe wird durch Wort und Wasser deutlich, dass Gott den Menschen schützt. Sie ist also ein Symbol für die lebensspendende und -erhaltende Kraft Gottes." Zugleich werde dadurch verdeutlicht, dass jeder Mensch trotz aller Schuld, die er während seines Lebens anhäufe, leben könne. "Es lohnt sich, sich taufen zu lassen und der lebenspendenden Kraft Gottes zu vertrauen", so Völkel.

Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe erinnerte daran, dass die Reformation sich in einem Umfeld epochaler Umbrüche abgespielt habe. "Damals wie heute gab und gibt es eine erhebliche Unsicherheit, gesellschaftliche Umwälzungen und eine Medien-Revolution", sagte Lewe. Letztlich habe die Reformation viele Bereiche und das Geschick etlicher Länder beeinflusst. Die Leiterin des Stadtmuseums Münster, Dr. Barbara Rommé, wies darauf hin, dass sich mit der Ausstellung in ihrem Museum erstmals überhaupt eine Präsentation mit dem Thema "Taufen in der Reformation" befasst. Ihr besonderes Anliegen sei eine hohe Allgemeinverständlichkeit gewesen, so Rommé. Musikalischer Höhepunkt der Ausstellungseröffnung war die Aufführung einer Neukomposition von Martin Luthers Tauflied "Christ, unser Herr, zum Jordan kam" durch die Sängerin Yuan Yuan Lu und den Pianisten Shuai Liu in Anwesenheit des Komponisten Prof. Dr. Nobert Ammermann. Gerd Felder

 
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