Kirche schützt Klima


Ein Klimaschutzkonzept für 27 Gebäude in 13 Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen konnte jetzt die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Münster in seiner Endfassung entgegennehmen.

Ein Klimaschutzkonzept für 27 Gebäude in 13 Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen konnte jetzt die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Münster in seiner Endfassung entgegennehmen. Gefördert vom Bundesministerium für Umwelt und ausgearbeitet von der Essener Ingenieurgesellschaft GERTEC, finden sich auf über 300 Seiten Vorschläge für ein optimiertes Nutzerverhalten und energetische Sanierungsmaßnahmen. Allein die baulichen Maßnahmen lassen in Bezug auf die untersuchten Gebäude eine Gesamteinsparung von 40% CO2 erwarten. Knapp 12.000 Tonnen Kohlendioxid weniger pro Jahr würden damit das Klima belasten.

Das Maßnahmenpaket dient dem Ziel des Evangelischen Kirchenkreises Münster, den durch seine kirchliche Arbeit entstehenden CO2-Ausstoß bis 2020 in allen Arbeitsbereichen um 40% gegenüber 1990 zu senken.

 

„Unser Ziel ist nun erreichbar. Den Fahrplan dafür halten wir in der Hand“, so Pfr. Dr. Jens Dechow, auf Seiten des Kirchenkreises Koordinator des Projekts. Jetzt gehe es an die Umsetzung, für die der Evangelische Kirchenkreis bis zu 960.000 Euro in einem Klimaschutzfonds zur Verfügung stelle. Die Träger von kirchlichen Gebäuden wie Kirchengemeinden oder der Verband der Kindertageseinrichtungen können daraus Mittel beantragen. Der verbleibende Eigenanteil ist jeweils nur so hoch, dass er im Laufe von 12 Jahren aus den Einsparungen an Energiekosten refinanziert werden kann. Das errechnete Einsparpotential liegt insgesamt bei 106.000 Euro pro Jahr. „Damit ist jede Einrichtung in der Lage, alle notwendigen energetischen Maßnahmen umzusetzen – und das ohne einen Cent Mehrkosten gegenüber dem gegenwärtigen Stand“, so Ulrich Thiele, Synodalbeauftragter für Umweltfragen im Evangelischen Kirchenkreis Münster.

 

Parallel ist geplant, auch ökumenische Partner in benachteiligten Regionen bei der Durchführung von Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen. Dafür soll eine Summe von mindestens 10% der vor Ort eingesetzten Mittel international investiert werden. Angestoßen wurde diese Idee durch fairPla.net, eine internationale Organisation für Klima, Energie und Entwicklung, die das Gesamtprojekt leitend unterstützt. Ein philippinischer Kooperationspartner von fairPla.net begleitet zur Zeit ein erstes internationales Erprobungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem münsterschen Partnerkirchenkreis South Bicol. Ziel dort ist es, herkömmliche Kerosinlampen durch umweltverträglichere Solarlampen zu ersetzen.

 

Diese Kombination von Klimaschutz vor Ort und weltweit hat auch die Aufmerksamkeit der NRW-Stiftung Umwelt und Entwicklung gefunden. Als beispielhaft fördert sie das Gesamtprojekt 'Kirche schützt Klima' mit knapp 100.000 Euro.

 

 

 
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