Kirchensteuern

Solidarität leben: Wie funktioniert das System?

Die Kirchensteuer als wichtigste Einnahmequelle der Kirchen wird von der Lohn- und Einkommensteuer in Höhe von 9% berechnet. 2010 zahlte jedes Gemeindemitglied ab einer jährlichen Einkommensgrenze von 8.004 Euro Kirchensteuer. Der Grundfreibetrag für Kinder betrug 6.024 Euro. D.h. eine Familie mit zwei Kindern ist ab einem zu versteuerndem Jahreseinkommen von 28.056 Euro Kirchensteuer pflichtig. Die tatsächliche Belastung ist jedoch meist geringer, da ein Teil der Kirchensteuer, vom Staat als so genannte Sondersteuer anerkannt, bei der jährlichen Steuerklärung rückerstattet wird.

Geringverdienende, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger sowie Kinder, Jugendliche sind generell von der Kirchensteuer befreit. Und damit gehören in der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) nur etwa ein Drittel aller Gemeindemitglieder zu den Kirchensteuerzahlern.

Die Abwicklung der Kirchensteuer geschieht über das Finanzamt, welches 3% als eine Art Aufwandsentschädigung einbehält. Ein kircheneigenes Verwaltungssystem zur Steuererhebung wäre ein wesentlich höherer finanzieller und technischer Aufwand. Das Finanzamt überweist das Geld als Gesamtsumme an die steuerberechtigte Kirche. Diese weiß weder ob noch in welcher Höhe ein einzelnes Gemeindeglied Kirchensteuer leistet.

Neben der Kirchensteuer hat die Kirche noch weitere Einnahmen. Diese setzen sich zusammen aus Einzelspenden, Kollekten und projektbezogenen Unterstützungen. Zweckgebundene Zuschüsse für zahlreiche soziale Aufgaben und kirchliche Institutionen, Miet- und Pachteinnahmen sowie Stiftungen bieten weitere Einnahmequellen.

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