Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen


Ende August öffnete das Museum mit der Sonderausstellung "Babel in der Bibel" wieder seine Türen

Ausgehend von einem Ziegelstein vom Turm zu Babel begibt sich das Museum auf die Spuren der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem antiken Bauwerk. Thematisiert werden die Ausgrabungen der Deutschen Orient-Gesellschaft unter Robert Koldewey, der Babel-Bibel-Streit mit Beteiligung des deutschen Kaisers Wilhelm II. und die historische und moderne Rezeption des "Mythos Babylon".

Die Erzählung vom Turm zu Babel ist eine der bekanntesten Stellen des Alten Testaments und hat viele Menschen theologisch und künstlerisch angeregt. In vielen Handschriften und gedruckten Bibeln finden sich Darstellungen und Rekonstruktionen des Turms und der Stadt. Bekannte Künstler*innen haben sich zudem mit dem Turmbau und der Sprachverwirrung durch Gott in großformatigen, monumentalen Gemälden auseinandergesetzt und die Erzählung neu interpretiert.

Babel und Babylon steht neben den architektonischen Meisterleistungen aber auch für die Überheblichkeit des Menschen, die "verruchte" und gefährliche Seite Babylons ist in der Bibel bekannt. Babel steht bei Martin Luthers Septembertestament (1522) auch für das Schlechte: die Hure Babylon trägt in der Apokalypse des Johannes die Tiara, die Papstkrone.

Die moderne Rezeption bedient sich auch heute an den Vorstellungen, die durch die Darstellungen in der Bibel und aufgrund der archäologischen Erkenntnisse vorliegen: in der Komödie "Ein Engel kommt nach Babylon" von Friedrich Dürrenmatt (1953) ist König Nebukadnezar II. der Protagonist oder das Computerspiel "Indiana Jones und der Turm von Babel", in dem der Spieler in die Rolle des legendären Archäologen "Indiana Jones" (1999) schlüpfen kann.

Weitere Informationen auch zu Führungen finden Sie Öffnet externen Link in neuem Fensterhier.

 
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