Wollen beim Thema Digitalisierung weiter im Gespräch bleiben: Thomas Kollmann, Vorsitzender Sozialausschuss, Caritas-Vorstand Thomas Schlickum, DRK-Vorständin Gudrun Sturm, Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson, Paritätische-Kreisgruppengeschäftsführerin Gabriele Markerth, Diakonie-Geschäftsführerin Marion Kahn, AWO-Fachbereichsleiter Ernst Cluse, Caritas-Vorstand Sebastian Koppers, Diakonie-Vorstandsvorsitzender Ulrich Schülbe mit Prof. Dr. Michael Vilain (von links).

Soziale Zukunft 4.0. für Münster gestalten


Digitalisierung: Freie Wohlfahrt setzt auf Dialog mit Politik und Verwaltung.

Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrt in Münster wollen auf die Herausforderungen durch die Digitalisierung nicht lediglich reagieren, sondern zusammen mit Politik und Verwaltung den gesellschaftlichen Megatrend gestalten, Chancen nutzen.

Dies war die Bilanz einer Veranstaltung mit dem Titel "Soziale Zukunft 4.0" zu der AWO, Caritas, Der Paritätische, Diakonie und DRK Kommunalpolitiker und Vertreter der Stadtverwaltung eingeladen hatten. Drei Voraussetzungen, um dieses Ziel zu erreichen? Vertrauensvolle Zusammenarbeit, Vernetzung, Mut zu Experimenten für kreative digitale Projekte im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswesen.

Bürgermeister Wendela-Beate Vilhjalmsson betonte in ihrem Grußwort die "tragende Rolle, die die Freie Wohlfahrt für den sozialen Zusammenhalt in der Stadt haben". Die Organisatoren hatten eingangs über ihren Sprecher Ulrich Schülbe ihr Interesse an einem Dialog mit Politik und Verwaltung deutlich gemacht", heißt es in einer Pressemitteilung.

Den ersten Impuls setzte Prof. Dr. Michael Vilain. Der Wissenschaftler von der Evangelischen Hochschule Darmstadt, geschäftsführender Direktor des Instituts für Zukunftsfragen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft, machte auch im Sozialen einen rasanten Wandel durch Digitalisierung aus. Es gebe Risiken: "Viele Menschen können an den neuen Technologien nicht teilhaben." Für das soziale Miteinander in einer Stadt biete der technologische Wandel aber auch viele Chancen. "Wir bewegen uns auf eine Netzwerkgesellschaft zu." Hilfe und Unterstützung für benachteiligte Menschen könne dadurch auch vereinfacht werden. In Dänemark "leihen" Menschen Blinden virtuell ihre Augen. In den Niederlanden vernetzen sich ambulante Pflegeteams digital und verwalten sich selbst.

Die Wohlfahrtsverbände seien von ihrer Geschichte her sowohl mit den informellen ehrenamtlichen Netzwerken wie Familien, Nachbarschaften, Stadtvierteln, Kirchengemeinden, oder Initiativen verknüpft als auch als Anbieter sozialstaatlich finanzierter Leistungen. "Wenn Politik, Verwaltung und Freie Wohlfahrt nah am Bürger sind, ergeben sich gute Möglichkeiten, um soziale Probleme zu lösen. Und darauf kommt es letztlich an", so Prof. Vilain. Eine "enorme Leistung" konstatierte er Münster beispielsweise im Zusammenspiel zwischen kommunalem und zivilgesellschaftlichem Engagement während der Flüchtlingsbewegung. "Nötig ist Subsidiarität 4.0.", so Vilains These.

Im Anschluss an den Vortrag arbeiteten Vertreter der Freien Wohlfahrt, Politik und Stadtverwaltung in Workshops, um erste Ideen zu entwickeln. Alle Beteiligten waren sich einig beim Thema Digitalisierung im Dialog zu bleiben, um gemeinsam eine gute soziale Zukunft für Münster und seine Bürgerinnen und Bürger zu sichern.

 
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