Domkapitular Hans-Bernd Köppen (von links), Superintendent Ulf Schlien, Janett Schneider und Bjarne Thorwesten bei der Aussendung des Friedenslichtes. Foto: DPSG Münster

„Das Friedenslicht kann gar nicht genug leuchten“


Über 2.000 Pfadfinder und Pfadfinderinnen empfangen das Friedenslicht aus Betlehem im St. Paulus-Dom in Münster. Seit 20 Jahren wird das Licht "an alle Menschen guten Willens" im Münsterland, Rheinland und in Oldenburg verteilt.

Das Friedenslicht aus Betlehem erreichte gestern das Münsterland. Zum 20. Mal brachten evangelische und katholische Pfadfinderinnen und Pfadfinder das in der Geburtsgrotte Jesu Christi entzündete Licht nach Münster. Domkapitular Hans-Bernd Köppen vom Bistum Münster und Superintendent Ulf Schlien vom Evangelischen Kirchenkreis Münster sendeten das Licht an über 2.000 Pfadfinder im St.-Paulus-Dom in Münster aus. Die diesjährige Friedenslichtaktion steht unter dem Motto "Frieden braucht Vielfalt" und möchte sich für eine tolerante Gesellschaft einsetzen.

Das am 28. November in der Geburtsgrotte Jesu Christi Friedenslicht aus Betlehem erhielt gestern Nachmittag einen großen Empfang. Im abgedunkelten St. Paulus-Dom erwarteten viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene das kleine Licht, das eine 3.600 Kilometer lange Reise nach Münster zurückgelegt hat. Während der stimmungsvollen Aussendungsfeier visualisierten wechselnde farbige Beleuchtungen des Altarbereichs das diesjährige Motto "Frieden braucht Vielfalt". "Das Licht kann gar nicht genug leuchten, denn davon geht Frieden aus", sagte Domkapitular Hans-Bernd Köppen "Menschen fühlen sich ab und an bedroht, weil jemand anders ist als sie selbst es sind. Das Friedenslicht ist eine Flamme, die den anderen ernst nimmt und so Frieden von innen wachsen lässt."

Sich im Zuge der Friedenslichtaktion für Frieden und Völkerverständigung einzusetzen hat für die Pfadfinderinnen und Pfadfinder im Münsterland seit 20 Jahren Tradition. Frieden in Europa kann aus Sicht der Pfadfinderbewegung dann gelingen, wenn alle Nationen, wie bei der Weitergabe des Lichtes, zusammenarbeiten. Daher ist am 13. Dezember eine Friedenslichtdelegation der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) und der Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG) nach Linz gereist, um dort das Licht bei der internationalen Aussendungsfeier von ORF-Friedenslichtkind Niklas Lehner in Empfang zu nehmen. In einem Spezialbehälter transportierten die Pfadfinder und Pfadfinderinnen die kleine Flamme dann im Zug und diese erreichte am gestrigen 3. Adventssonntag die Domstadt.

An der Aussendungsfeier nahm neben Mitgliedern des Landtags NRW, des Bundestags und des Deutsch-Niederländischen Corps auch Oberbürgermeister Markus Lewe teil, der eine Fürbitte las. Im Anschluss an die Aussendungsfeier fand ein Empfang "20 Jahre Friedenslicht aus Betlehem im Bistum Münster" im Historischen Rathaus des Westfälischen Friedens in Münster statt. Dort betonte Oberbürgermeister Markus Lewe "Ich danke allen Pfadfinderinnen und Pfadfindern und ermutigte sie, ihren ausgezeichneten Einsatz für den Frieden fortzuführen." "Es freut uns, dass die deutsche Pfadfínderbewegung in diesem Jahr in Münster mit dem Jugendpreis des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens ausgezeichnet worden ist", betonten dabei Dieter Nissen und Christian Schnau-belt, die die Friedenslichtaktion im Bistum Münster seit 2008 koordinieren.

Die Verteilung des Friedenslichtes geht in den folgenden Tagen weiter: Das Licht von den katholischen Pfadfinderverbänden DPSG und PSG sowie dem evangelischen Pfadfinderverband Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) bis Heilig Abend in Städte, Gemeinden und soziale Einrichtungen des Münsterlandes sowie darüber hinaus in Oldenburg und am Niederrhein "an alle Menschen guten Willens" verteilt. Unter den Hashtags #friedenslicht und #muenster kann der Weg des Lichts in den sozialen Medien verfolgt werden.

Nikolas Kamenz, Diözesanvorsitzender der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) Münster betonte: "Wenn wir mit unseren Nachbarn und anderen Ländern Freundschaft schließen und wenn sie unsere Freundschaft erwidern, werden wir nicht das Verlangen haben, gegen sie zu kämpfen. Das ist bei weitem die beste Methode, um künftige Kriege zu verhindern und einen dauerhaften Frieden zu sichern."

Janett Schneider, Diözesanvorsitzende der Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG) Münster erkennt eine weitere Bedeutung des Friedenslichts: "Natürlich kann eine kleine Flamme allein keinen Frieden stiften, doch Frieden fängt in jedem und jeder von uns selbst an. Ich glaube daran, dass Menschen nur wenn sie ihren inneren Frieden spüren, gutmütig und friedlich miteinander umgehen können. Wenn ich beim Friedenslichtgottesdienst diese kleine Flamme der Hoffnung behutsam in Empfang nehme, verspüre ich meinen inneren Frieden. Und so hoffe ich, können wir mit dieser Aktion einen Teil zum inneren Frieden vieler Menschen beitragen."

Laut Bjarne Thorwesten, dem Stammesvorsitzenden des Verbands Christlicher Pfadfinder und Pfadfinderinnen (VCP) Münster-Hiltrup, spielen Kinder bei der Friedenslichtaktion eine besondere Rolle: "In den Aussendungsfeiern des Friedenslichtes zu sehen wie Kinder und Jugendliche behutsam und konzentriert auf eine kleine Flamme aufpassen, lässt einen hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Indem Pfadfinderinnen und Pfadfinder als Friedens(preis)träger Frieden so viel-fältig weitertragen wie Kinder das Friedenslicht, leisten sie einen großen Teil für eine friedvolle und bunte Gesellschaft."

Informationen über die Aussendungsorte gibt es auf www.friedenslicht-muenster.de und www.friedenslicht.de.

 
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