Die ca. 100 Mitglieder der Synode gedenken in einer Schweigeminute ihres im Oktober plötzlich verstorbenen Superintendenten Ulf Schlien. Foto: Kathrin Neuhaus-Dechow

Herbsttagung der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Münster


Erste Synode nach dem Tod von Superintendent Ulf Schlien / Haushaltsberatungen im Zentrum

Erstmals nach dem Tode von Superintendent Ulf Schlien trat jetzt die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Münster zu Ihrer Herbsttagung zusammen.

Erinnerung an Superintendent Ulf Schlien

Pfarrer Thomas Groll, stellvertretender Assessor, der den Kirchenkreis für eine Übergangszeit leitet, erinnerte noch einmal an den verstorbenen Superintendenten in seiner "Mischung aus gelöster Menschenfreundlichkeit und klarer Leitungskompetenz", mit der er gerade im Juni noch durch die letzte Synode geführt habe. Groll brachte seine Dankbarkeit für die Zeit der Zusammenarbeit mit Ulf Schlien zum Ausdruck und für die hohe Wertschätzung, die in vielen Kondolenzschreiben und im Rahmen von Besuchen übermittelt worden sei.

Neuwahlen im Februar

Der Kreissynodalvorstand habe in Abstimmung mit der Landeskirche beschlossen, die Superintendentenstelle nicht überstürzt, aber zügig im Rahmen eines geregelten Wahlverfahrens neu zu besetzen. Die Ausschreibung, die deutschlandweit erfolge, ziele auf eine kooperative Persönlichkeit, die das gut funktionierende System der Fachbereiche und Ausschüsse und die im Kirchenkreis vorhandenen Kompetenzen durch Delegation und Zusammenarbeit nutze. Am 28. Februar 2020 soll im Rahmen einer Sondersynode die Wahl stattfinden.

Haushaltsberatungen im Zentrum

Im Zentrum der Synode stand die Beratung und Verabschiedung des kreiskirchlichen Haushalts für das Jahr 2020. Er sieht vor, den Kirchengemeinden von den voraussichtlichen Kirchensteuereinnahmen in Höhe von 15,46 Millionen Euro knapp 8,7 Millionen Euro zuzuweisen. Sie finanzieren aus ihrem Etat alle Ausgaben inklusive der Pfarrbesoldung. Die Gemeinsamen Gemeindlichen Dienste (Kindertageseinrichtungen, Diakonie Münster, Bildung und Erziehung und Offene Jugendarbeit) erhalten zusammen 2,66 Millionen Euro. Für die Erfüllung seiner gemeindeübergreifenden Aufgaben stehen dem Kirchenkreis knapp 2,8 Millionen Euro zur Verfügung. Zur Finanzierung der landeskirchlich organisierten kirchlichen Entwicklungshilfe, Weltmission und Ökumene trägt der Ev. Kirchenkreis Münster 2020 rd. 788.000 € bei.

Strukturausschuss berichtet

Einen ersten Bericht gab der im letzten Jahr einberufene Strukturausschuss ab, der das Bild einer ortsnah verankerten Kirche entwarf, die zugleich über Gemeindegrenzen hinweg neue und entlastende Formen der Zusammenarbeit entwickle. So solle flexible Reaktionsfähigkeit auf kommende gesellschaftliche, finanzielle und personelle Veränderungen ermöglicht werden.

Lilli will lernen

Marion Kahn, Geschäftsführerin des Beratungs- und BildungsCentrums der Diakonie, warb für eine weitere Unterstützung des Projektes 'Lilli will lernen'. Im Laufe der letzten 10 Jahre habe das Projekt gefördert durch Firmen und viele Einzelspenden mit 65.000 Euro fast 1.100 Tornister an Kinder aus prekären Verhältnissen ausgeben können, um ihnen Teilhabe an Bildung vom ersten Tag an zu ermöglichen. Diese positive Bilanz zeige zugleich eine bittere Wirklichkeit, der sich die Kirche weiter stellen müsse - denn hinter jedem Tornister stehe die konkrete Geschichte eines Kindes in Armut.

Auf der Tagesordnung standen weiterhin neue Angebote in der Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden, Berichte von der Landessynode und aus der Arbeit der Stiftung Evangelischer Kirchenkreis, außerdem ein Aufruf, die kommende Fastenzeit im Zeichen des Klimaschutzes als Autofasten zu gestalten.

 
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