Jugendarbeit mit Zuversicht in der Coronaviruskrise


Landesjugendpfarrer lobt Vielfalt von kreativen digitalen Ideen in der Evangelischen Jugend von Westfalen und wagt vorsichtigen Ausblick auf die anstehenden Sommerfreizeiten.

Leere Straßen, leere Plätze, leere Kirchen, lange Schlangen vor Lebensmittelläden - Deutschland lebt die Forderung von Politik und Wissenschaft: Solange das neue Coronavirus unter uns wütet heißt es auch in Westfalen: Meide deinen Nächsten.

Und die Evangelische Kinder- und Jugendarbeit? Auch sie, unsichtbar? Auf der einen Seite schon. Auch sie und ihre Gruppen akzeptieren die Maßnahmen des Bundes und der Länder. "Auf der anderen Seite aber", so Landesjugendpfarrer Udo Bußmann, "ist sie sichtbar wie noch nie und zwar in der digitalen Welt." Wie kreativ junge Menschen mit der neuen Situation umgehen, erstaunt viele Ältere. 

Ob Bastelangebote auf YouTube, Live-Andachten und Wettbewerbe auf Instagram, Lobpreisgottesdienste oder Sorgenchats, eine bunte Vielfalt hat sich in den letzten Wochen neu oder weiterentwickelt. Obwohl Jugendräume geschlossen sind, halten Mitarbeitende der Jugendarbeit eisern den Kontakt zu Kindern und Jugendlichen. Auf der Internetseite des Amtes für Jugendarbeit www.juenger-westfalen.de findet man Links zu vielen gesammelten Beispielen. 

Was allerdings mit den geplanten Kinder- und Jugendfreizeiten geschehen wird, das ist für alle noch ein großes Fragezeichen. Keiner kann zum jetzigen Zeitpunkt wissen, ob Reisen in den Sommerferien möglich sein werden. 

Bei der Frage nach den unter Umständen anfallenden Stornogebühren rät das Amt für Jugendarbeit noch zur Gelassenheit: "Es weiß noch niemand, welche Verordnungen im Sommer in welchen Regionen gelten werden," stellte Knut Grünheit, Geschäftsführer im Amt für Jugendarbeit der EKvW, fest. 

Thorsten Schlüter, Referent für Freizeitenarbeit im Amt für Jugendarbeiten, berichtet: "Mich erreichen täglich Anfragen, wie man sich in Bezug auf die geplanten Sommerfreizeiten als Gemeinde verhalten soll. Verlässliche Aussagen können aber auch wir leider momentan nicht bieten. "Was das Amt aber anbietet, sind Informationen rund um das Thema wie z.B. Stornogebühren und rechtliches Hintergrundwissen", so Schlüter. Zusammengestellt sind die Informationen und Empfehlungen zur besseren Entscheidungsfindung auf der Service-Seite für Freizeiten: www.juenger-freizeitenservice.de 

"Aktuell bin ich ganz protestantisch zuversichtlich, und empfehle zunächst an den Planungen für Sommerfreizeiten festzuhalten", kommentiert Landesjugendpfarrer Udo Bußmann. Mit der Bekanntgabe neuer Bestimmungen durch Bund und Länder, die über den 19. April hinausgehen, so Bußmann, muss die Situation gegebenenfalls neu bewertet werden. 

Stornierungen zum jetzigen Zeitpunkt gefährden die wirtschaftliche Existenz unserer oftmals langjährigen und wichtigen Partner wie Gruppenreiseanbieter, Busunternehmen, Zeltplätze und Gästehäuser. 

"Insofern bitten wir auch hier um Achtsamkeit und Gelassenheit bei allen Entscheidungen, damit wir auch in Zukunft gemeinsam auf Reisen gehen können. Und unter Umständen entwickelt die Kreativität von ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden neue Freizeitformate, die dem Virus Paroli bieten und trotzdem alle Beteiligten begeistert." ermutigt Bußmann. 

Jährlich nehmen über 22.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an mehr als 600 gemeldeten Jugenderholungsmaßnahmen der Evangelischen Jugend in NRW teil. Experten vermuten allerdings, dass die reale Zahl noch deutlich darüber liegt.

 
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