Neues aus der Epiphanias-Kita


Martin Luther und die Reformation - Ist das nicht ein viel zu kompliziertes Thema für unsere Kindergartenkinder?

Auch die Kindergärten und Kindertageseinrichtungen im Evangelischen Kirchenkreis Münster nehmen das Reformationsjubiläum zum Anlass, sich mit dem Reformator, seiner Zeit und seiner Wirkungsgeschichte auseinanderzusetzen. Wie sich diese Beschäftigung mit Luther in der Ev. Epiphanias-Kindertagesstätte in Münster darstellte beschreibt Angelika Bruns-Ebel im Gemeindebrief der Erlöser-Kirchengemeinde so:

Einige Erzieher aus unserem Kindergartenteam nahmen im letzten Jahr an einer Bildungsreise "Auf den Spuren von Martin Luther" nach Wittenberg und Eisennach teil. Das Leben von Martin Luther schlug uns schnell in seinen Bann. So ein kluger, kämpferischer und mutiger Mann, der sich der konventionellen, ausbeutenden Kirche entgegenstellte und für seine Überzeugung einstand. Am 31. Oktober 2017 jährt sich der Reformationstag zum 500sten Mal. Anlass genug auch den Kindern Martin Luther näher zu bringen.

Mit den Kindern tauchten wir ein in die Zeit von vor 500 Jahren. Sie staunten als wir ihnen erzählten, dass es keine Autos gab, kein Fernsehen, keine Elektrizität und das Unfassbarste für unsere Kinder, es gab keine Süßigkeiten. Wir erklärten, eine Nuss war schon etwas Besonderes und erzählten die Geschichte, wie Martin Luther als kleiner Junge eine Nuss stibitzte und von Gewissensbissen geplagt wurde.

Als die Kinder hörten, es gab keine Buntstifte und schreiben lernten nur die reichen Leute, waren sie verwundert. Das Schreiben mit der Vogelfeder probierten sie gleich aus. Oh, mit so einer angespitzten Feder muss man behutsam umgehen, sonst ist sie schnell kaputt gedrückt.

In einer Hallo-Gott-Runde erzählten wir, wie Luther in einem schrecklichem Gewitter um Rettung betete und versprach Mönch zu werden. Wir erklärten kindgerecht, von der Gottesfurcht der Menschen und der Angst vor dem Fegefeuer und der Hölle. Unerklärliche Schicksalsschläge wurden damals als Strafe Gottes wahrgenommen.

Wir berichteten von seinem Leben als Mönch im Kloster und wie Martin Luther eifrig die Bibel studierte. Martin Luther war ein kluger Mann und wurde Professor für Theologie an der Universität Wittenberg.

Schwierig war es den Ablasshandel kindgerecht in Worte zu fassen, dabei half uns das Bilderbuch von Susanne Brandt "Das Leben des Martin Luthers". Auf wunderschön gestalteten Bildkarten von ihr erzählte Erzieherin Maren Storp mit einem Kamishibai Theater vom Ablasshandel und den 95 Thesen an der Kirchentür in Wittenberg.

Wir kamen mit den Kindern über das Thema Angst ins Gespräch. Wie schwer es ist, sich der Angst zu stellen und diese mutig zu überwinden, am Beispiel von Martin Luther.

Die Kinder erfuhren mehr über die bedingungslose Liebe Gottes zu uns und sangen voller Inbrunst "Gottes Liebe ist so wunderbar". Die Kinder fanden Martin Luther mutig und überlegten wie sie im Kindergartenalltag Mut zeigen könnten. Dabei beeindruckten uns die beinahe schon philosophischen Gedanken der Kinder zu Freundschaft, Gemeinschaft und der Meinungsfreiheit.

Barbara Wewel und Frank Winkelmeyer ließen die Handpuppen von Katharina von Bora und Martin Luther die biblische Geschichte vom verlorenen Schaf erzählen und Katharina stellte ihrem Martin einige theologische Fragen, die er kindgerecht erklärt.

Mit den Kindern betrachteten wir das Wappen von Martin Luther genauer. Im Morgenkreis gestalteten wir es als Legebild. In entspannter Atmosphäre von leiser Musik begleitet, malten sie die Lutherrose als Mandala. Und damit wir alle Sinne ansprechen, backen wir auch Lutherbrot. Wir formen eine Blüte aus Blätterteig und ein Klecks rote Marmelade steht für das Herz der Liebe.

Mit den Kindern stellten wir Luthers Tischrunden nach, zu denen lud er regelmäßig ein. Mit seinen Weggefährten und Studenten, die in seinem Haus lebten führte er spannende theologische Diskussionen. Lecker schmeckte das Lutherbrot und schöne Tischgespräche führen wir auch, wenn auch nicht unbedingt mit theologischem Hintergrund. Wir nutzten die gute Gelegenheit ein neues Tischgebet zu lernen.

Zum Abschluss erzählten wir in einer Hallo- Gott- Runde nochmals von den 95 Thesen und der wichtigen Botschaft, Gott liebt alle Menschen! Die Entführung Luthers und sein geheimes Leben als Junker Jörg auf der Burg Eisenach, beeindruckte die Kinder sehr. Dort übersetzte Luther die Bibel ins Deutsche und das Wort Gottes wurde für jedermann verständlich. Bald hatte Martin Luther so viele Anhänger und mächtige Befürworter, dass er nach Wittenberg zurückkehren konnte ohne um sein Leben zu bangen.

Unsere Kinder wachsen heute in der Gewissheit der Existenz eines liebenden und verzeihenden Gottes auf und dafür sind wir Martin Luther sehr dankbar.

 
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