Bildungsprozesse in Kindertageseinrichtungen

Leitsätze und Indikatoren

Leitsatz 1: Grundhaltung/Werte

Wir machen uns im Team bewusst, welche christlich-humanistischen Bildungsideale und Werte unser professionelles Handeln steuern und klären unser Bildungsverständnis als evangelische Kindertageseinrichtung.

  1. Wir setzen uns im Team mit christlich-humanistischen Bildungsidealen und Werten auseinander und begegnen anderen Kulturen und Religionen wertschätzend.
  2. Wir reflektieren im Team, welche Werte unser professionelles Handeln steuern und machen unsere Vorbildfunktion im alltäglichen Miteinander Kindern und Eltern gegenüber transparent.
  3. Auf der Grundlage von aktuellen Bildungstheorien klären wir unser Bildungsverständnis als evangelische Kindertageseinrichtung.

Leitsatz 2: Anregungsreiche Umgebung

Wir bieten den Kindern eine anregungsreiche Umgebung mit vielfältigen Möglichkeiten für ihre Entwicklungs- und Bildungsprozesse und entwickeln für die Kinder und mit den Kindern Ideen zur Gestaltung der Räume und des Außengeländes.

  1. Wir qualifizieren uns im Team zum Thema „anregungsreiche Umgebung“ für Kinder im Alter von 0-6 Jahren und legen Kriterien dazu fest.
  2. Wir orientieren uns bei der Gestaltung der Räume und des Außenbereiches an den Aktivitäts-, Rückzugs- und Ruhebedürfnissen der Kinder.
  3. Wir überprüfen anhand unserer Kriterien regelmäßig, ob die Räume und das Außengelände den Interessen und Bedürfnissen der Kinder entsprechen.
  4. Wir ermutigen die Kinder, sich innerhalb der Einrichtung und auf dem Außengelände aktiv Spielbereiche zu schaffen und zu Eigen zu machen.

Leitsatz 3: Soziales Miteinander/Gemeinschaftserfahrungen

Wir ermöglichen den Kindern Gemeinschaftserfahrungen, die sie in ihrer Autonomie ermutigen und sie in ihrer sozialen Kompetenz fördern.

  1. Wir entwickeln mit den Kindern Rituale und Regeln, die das Zusammengehörigkeitsgefühl der Kinder stärken und ihnen Orientierung, Geborgenheit und Sicherheit im Alltag bieten.
  2. Wir geben jedem Kind Impulse, mit denen es seine Stärken und Fähigkeiten in der Gruppe erproben und weiterentwickeln kann.
  3. Wir entwickeln mit den Kindern Formen der Beteiligung, unterstützen sie bei der Umsetzung ihrer Interessen und der Übernahme von Verantwortung.
  4. Wir unterstützen Kinder im Umgang mit Konflikten und bei der Entwicklung von Strategien zu Konfliktlösungen.

Leitsatz 4: Spiel anregen und gestalten

  1. Wir nehmen die alters- und entwicklungsbedingten Unterschiede der Potentiale des Kindes wahr, sich „Welt“ anzueignen und fördern das Spiel in seiner selbstbestimmten und eigentätigen Form.
  2. Wir verständigen uns im Team über die Bedeutung des Spiels für Kinder im Alter von 0-6 Jahren.Wir bieten eine Zeitstruktur im Tagesablauf, die den individuellen Spielbedürfnissen der Kinder entspricht.
  3. Wir ermuntern Kinder, Spielideen zu entwickeln und geben ihnen Impulse, Spiele weiterzuführen.
  4. Wir dokumentieren und reflektieren exemplarisch Spielsituationen und verständigen uns über nächste Schritte, die Bildungsprozesse der Kinder anzuregen und zu erweitern.

Leitsatz 5: Übergange gestalten

Wir beachten die Spannungen des Kindes in den sensiblen Zeiten der Übergänge von Familie und Kindertageseinrichtung sowie von Kindertageseinrichtung und Schule und berücksichtigen die Bedürfnisse des Kindes mit Bekanntem zu leben und neue Herausforderungen anzunehmen.

  1. Wir klären im Team, was zum Gelingen des Übergangs von Familie in die Kindertageseinrichtung wichtig ist und vereinbaren Kriterien für die Eingewöhnungsphase.
  2. Wir verständigen uns mit den Eltern über die Gestaltung der Eingewöhnungsphase und reflektieren mit ihnen ihre Erfahrungen während und nach der Eingewöhnung.
  3. Wir erarbeiten gemeinsam mit den beteiligten Grundschulen und den Familien die Gestaltung des Übergangs von der Kindertageseinrichtung in die Schule.
  4. Wir greifen die Fragen und Ideen der zukünftigen Schulkinder auf und gestalten mit ihnen gemeinsam Aktivitäten, die ihnen einen guten Übergang zur Schule ermöglichen.

Leitsatz 6: Beobachtung und Dokumentation

Wir beobachten, dokumentieren und reflektieren die Bildungswege jedes Kindes und lassen unsere Erkenntnisse über die Entwicklung der Kinder in unser Handeln einfließen.

  1. Wir setzen uns im Team mit Methoden der pädagogischen Beobachtung auseinander und verständigen uns auf entsprechende Verfahren.
  2. Wir klären im Team, ansprechende Formen der Dokumentation von Bildungsprozessen und einigen uns auf geeignete Medien.
  3. Wir verabreden organisatorische Möglichkeiten, wie wir unsere Beobachtungen durchführen, reflektieren und Handlungen daraus ableiten können.
  4. Wir nutzen unsere Dokumentation (Beobachtungen), um mit den Kindern und Eltern über Interessen, Wissen und Können der Kinder ins Gespräch zu kommen.


Leitsatz 7: Projekte/Planung

Wir entwickeln mit den Kindern und für die Kinder Projekte, die ihnen ganzheitliche Zugänge zu herausfordernden Bildungs- und Lernerfahrungen ermöglichen und sie motivieren, sich damit aktiv und konstruktiv auseinanderzusetzen.

  1. Wir definieren im Team den Begriff „Projekte“ und verständigen uns darüber, was wir unter „herausfordernden Bildungs- und Lernerfahrungen“ verstehen.
  2. Wir tauschen uns mit den Kindern aus, welche Themen als Projekte weiter verfolgt werden sollen und planen diese gemeinsam mit den Kindern.
  3. Wir dokumentieren gemeinsam mit den Kindern den Verlauf von Projekten und stellen die Dokumentation Kindern und Eltern zur Verfügung.
  4. Wir werten die Projekterfahrungen aus und lassen sie in zukünftige Planungen mit einfließen.
 
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