Vor unseren Augen steht ein Bild: Menschen begegnen sich auf ihrem Weg. Ihre Herkunft und ihre Lebenserfahrung, ihre Wünsche und ihre Träume, ihr Glaube und ihre Zweifel sind so verschieden, wie die Menschen verschieden sind.

Aber anders als es im alltäglichen Leben oft geschieht, gehen diese Menschen nicht aneinander vorbei, sondern sie begegnen sich. Sie nehmen sich wahr, fragen nach dem anderen, sind interessiert daran, was der Eine und die Andere erzählt. Und schon ist der Ort ihrer Begegnung nicht mehr ein Standpunkt, den jeder für sich verteidigt, sondern er ist ein gemeinsames Stück Lebensweg geworden.

Wie kurz oder lang dieser Weg auch sein mag – es geschieht etwas mit den Menschen: Sie werden gestärkt. Sie gehen ihren Weg leichter und mutiger weiter, weil sie erfahren haben: Ich gehe meinen Weg nicht allein!

In der Bibel finden wir dieses Bild in der Apostelgeschichte. Dort erzählt Lukas von dem Apostel Philippus und einem Kämmerer der äthiopischen Königin. Und er erzählt von Gott und seinem Plan, dass diese beiden grundverschiedenen Menschen sich begegnen und ein Stück Weg gemeinsam gehen.

Einander Fragen stellen, Erfahrungen austauschen, Glauben teilen, neue Perspektiven eröffnen – all dies und noch viel mehr erleben Philippus und der Kämmerer auf dem gemeinsamen Weg. Und als der Kämmerer am Wegesrand einen Wasserlauf entdeckt, zögert er nicht lange: Zu der Gemeinschaft Gottes, der Menschen zueinander führt und ihren Weg segnet, möchte auch er gehören. So lässt er sich taufen.

Als er später, dann ohne seinen Wegbegleiter Philippus, weiterzieht, erzählt die Bibel, dass er „seine Straße fröhlich zog“ (Apostel-geschichte 8, 27- 40). So ist aus einer kurzen Begegnung zweier Menschen und dem Zuspruch der Gotteskindschaft in der Taufe ein positives Vorzeichen für ein ganzes Menschenleben geworden.

Dieses Bild bewegt uns. Wir ahnen, dass diese wunderbare Geschichte sich immer wieder neu ereignet: Da, wo Menschen einander mit offenen Herzen begegnen, ein Stück ihres Weges gemeinsam gehen und sich gegenseitig ermutigen und stärken. Denn in solchen Begegnungen ist Gott selbst ganz nah. Da erfahren wir, dass der Zuspruch der Taufe das ganze Leben überspannt und Gott uns auf vielfältige und überraschende Weise auf unseren Wegen begegnet und begleitet. Als Evangelischer Kirchenkreis Münster möchten wir uns von diesem Bild leiten lassen und als Kirche die Begegnung mit den Menschen suchen.

Die ausführliche Konzeption des Evangelischen Kirchenkreises Münster finden Sie hier >>

 
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